Warum sich die Vorbereitung lohnt
Ein Übergabeprotokoll schreibt kein Gesetz vor, es ist aber dein wichtigster Beweis: Es hält fest, in welchem Zustand die Wohnung beim Einzug war und wie du sie beim Auszug zurückbekommst, welche Zählerstände galten und wie viele Schlüssel übergeben wurden. Ohne Protokoll kannst du kaum beweisen, ob ein Schaden schon beim Einzug da war.
Beim Auszug kommt hinzu: Was du hättest sehen können und nicht festhältst, kannst du später oft nicht mehr verlangen.
In welcher Reihenfolge die Übergabe abläuft
Eine Wohnungsübergabe läuft in sechs Schritten: Termin vereinbaren, Protokoll vorbereiten, jeden Raum einzeln begehen, Zähler gemeinsam ablesen, Schlüssel zählen und am Ende von beiden Seiten unterschreiben lassen. Plane etwa eine Stunde ein und leg den Termin in die Zeit mit Tageslicht.
- Termin mit deinem Mieter vereinbaren und bei Bedarf einen Zeugen mitbringen, vor allem wenn du mit Streit rechnest.
- Protokoll vorbereiten: Räume, Zählernummern und Schlüssel vorher eintragen, beim Auszug das Einzugsprotokoll und den Mietvertrag mitnehmen.
- Raum für Raum begehen: Wände, Decken, Böden, Türen, Fenster, Heizkörper und Sanitär, dazu Keller, Dachboden, Garage und Balkon.
- Alle Zähler gemeinsam ablesen und Stand und Zählernummer eintragen: Strom, Gas, Wasser und Heizkostenverteiler.
- Schlüssel nach Art und Anzahl zählen, bei Schließanlagen mit Nummer.
- Protokoll von beiden Seiten unterschreiben lassen und jeder Seite ein Exemplar geben.
Wie du Mängel richtig festhältst
Einen Mangel hältst du so fest, dass ein Dritter ihn ohne dich wiederfindet: was, wo und wie groß, dazu ein Foto mit einem Gegenstand zum Größenvergleich, auf dem Datum und Uhrzeit gespeichert sind. „Gebrauchsspuren“ allein hilft später niemandem, weil niemand weiß, welche Spuren gemeint waren.
Prüf auch, was im Alltag nicht auffällt: Fenster und Türen öffnen, schließen und abschließen, und die Rauchwarnmelder testen.